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Ausstellung CLR ZTKN

Zetkin und die sozialdemokratische Frauenbewegung

„… und (wir) müssen schon jetzt einer Ideenverwirrung auf dem Internationalen Genossenschaftskongress entgegenarbeiten. Die englischen Genossenschafterinnen … sind stramme Reformistinnen, ohne jede grundsätzliche, theoretische Schulung … Sie verstehen es trefflich, mit sentimentalen Gemeinplätzen einzuwickeln. So nötig und nützlich ich es halte, dass wir sie für unsere Zwecke mobilisieren, müssen wir doch stets auf Posten stehen, dass diese »Genossinnen« nicht das Klassenbewusstsein der Proletarierinnen trüben und ihre Kampfentschlossenheit schwächen.

… [D]ie Frauengenossenschaften und Frauengewerkschaften, dabei die Frauenrechtlerinnen nicht zu vergessen, verfügen über gut ausgebaute Agitations- und Organisationsapparate und namentlich über zahlreiche und vorzügliche Agitatorinnen und Organisatorinnen. … Sie sind vorzüglich erprobt darin, sich mit allen Tagesnöten, Tagesforderungen der breitesten Frauenmassen zu befassen. Für das darüber hinaus zielende Politische haben sie kein tieferes Verständnis.“

An Hertha Sturm, 23. Februar 1924

Clara Zetkins Einschätzung der englischen „Genossinnen“ mutet arrogant an, sollte aber lediglich den Unterschied zwischen bürgerlicher und sozialdemokratischer Frauenbewegung unterstreichen.

Während die Ersteren die bürgerliche Gesellschaft humaner und frauengerechter gestalten wollten, zielte Clara Zetkin auf eine Überwindung dieser Gesellschaft. Dazu wollte sie Tagesaufgaben mit dem Ziel der Machteroberung verbinden:

»Worauf es aber ankommt, ist …, dass sie grundsätzlich und taktisch ein einheitliches Ganzes bilden, das seine breite, feste Grundlage in den Tagesnöten des Proletariats, der Kleinbürger und Kleinbauern hat, seine scharfe Spitze aber in der Zusammenfassung dieser Massen für die Eroberung der Macht – zunächst also … gegen die Herrschaft des Trustkapitals in der Wirtschaft und Staat«.

An die Bezirksleitung Württemberg der KPD, 10. April 1928

Für Clara Zetkin war die sozialistische Frauenbewegung Teil der allgemeinen Arbeiterbewegung. Im Rahmen des Klassenkampfes habe die Frauenbewegung aber eigene Aufgaben zu erfüllen: Aufklärung, Agitation und Organisation unter dem weiblichen Proletariat. Dazu bedürfe sie eigener Organe und einer gewissen Bewegungsfreiheit, „die aber nie quertreibend oder störend sein durften…“ (Gleichheit, 17. Jahrgang, Nr. 18, 2. September 1907)

Um die notwendige Agitation und Aufklärung unter den proletarischen Frauen umzusetzen, sollte ein System von Vertrauenspersonen geschaffen werden. Nicht zuletzt deshalb war es für Zetkin und andere Frauen in der Sozialdemokratie schwer zu akzeptieren, dass es 1900 nur eine Vertrauensperson-Stelle für das ganze Reich gab. 1 Bis 1904 wurde diese Arbeit unentgeltlich geleistet. Nach der Besoldung wurde 1906 zusätzlich die Stelle einer Gehilfin eingerichtet. Später wuchs zwar die Zahl der Vertrauenspersonen, aber sie durften ihre Arbeit nur mit Zustimmung der männlichen Genossen in den sozialdemokratischen Vereinen entfalten. Partei und Gewerkschaften erwarteten Dankbarkeit dafür, nach dem Fall des Sozialistengesetzes ihre Reihen für Frauen geöffnet zu haben sowie personelle und finanzielle Unterstützung zu leisten.

Nicht allein jedoch um Frauen für den politischen Kampf der Sozialdemokratie zu gewinnen, sondern um das Los der proletarischen Frauen in der bürgerlichen Gesellschaft erträglicher zu gestalten, orientierte Clara Zetkin auf „zunächst liegende Forderungen“: mehr Schutz der Frau als Arbeiterin, als Mutter, als Gattin, als Staatsbürgerin. Sie sah es als „die Pflicht der Arbeitervertreter aller Länder (an), nachdrücklich für den gesetzlichen Schutz der Arbeiterinnen“ durch Verwirklichung folgender Maßregeln einzutreten:

  • Einführung eines achtstündigen Maximalarbeitstages für Frauen und eines sechsstündigen für Mädchen unter 18 Jahren;
  • Festsetzung eines ununterbrochenen Ruhetages von 36 Stunden pro Woche; Verbot der Nachtarbeit;
  • Verbot der Frauenarbeit in allen gesundheitsschädlichen Betrieben;
  • Verbot der Arbeit schwangerer Frauen zwei Wochen vor und vier Wochen nach der Niederkunft;
  • Anstellung von Fabrikinspektorinnen in genügender Anzahl in all den Industriezweigen, wo Frauen beschäftigt sind;
  • Anwendung obiger Maßregeln auf alle Frauen, welche in Fabriken, Werkstätten, Läden, in der Hausindustrie oder als Landarbeiterin beschäftigt sind. 2

Trotz vieler Resolutionen und Beschlüsse zu einheitlichem Handeln der sozialistischen Frauen stimmte Clara Zetkin mit vielen ihrer Genossinnen nicht überein. So wurde ihre Auffassung, in allen Ländern das allgemeine Frauenwahlrecht konsequent einzufordern, von Vertreterinnen aus Großbritannien und Österreich nicht geteilt.

Besonders die englischen Genossinnen wichen zu einem großen Teil von der Forderung des allgemeinen, gleichen Frauenwahlrechts ab, es bestand auch Streit über die Haltung zum Kampf gegen die bürgerlichen Frauen.

Über die taktische Haltung der Genossinnen im Wahlrechtskampf war bis dato noch kein internationaler Beschluss zustande gekommen. Daher sollten auf der Zweiten internationalen sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910 zum ersten Mal die Grundrisse zu gemeinsamem Handeln gezogen werden, insbesondere was alle sozialistischen Frauen in der Frage des Frauenwahlrechts und des Mutterschutzes verlangen und welche Taktik sie einzuhalten haben beim Kampf um diese Forderungen. (Vorwärts, Jahrgang 27, Nr. 155, 6. Juli 1910)

Auf der Konferenz wurden die unterschiedlichen Standpunkte deutlich benannt:

Dutcher-London… „wendet sich gegen die Methode, absprechend über die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen zu urteilen.“

Westphal-London bringt zum Ausdruck, dass …“in den verschiedenen Ländern (England, Norwegen…) verschiedene Methoden vorliegen. … Wir sind hier nicht versammelt zum Kampf um das allgemeine Wahlrecht, sondern für die volle Frauenemanzipation. Wir müssen mit der Betonung des Klassenstandpunktes aufhören und nicht immer von Bourgeoisiefrauen sprechen. … Wir widersprechen auf das Lebhafteste der deutschen Resolution. Bedenken Sie die Tragweite ihres Beschlusses. Sie verletzen und beleidigen die Frauenrechtlerinnen anderer Länder, die mit den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen zusammen das Frauenwahlrecht erkämpfen werden.“

Adelheid Popp-Wien … „Etwas anderes ist es mit der Frage, ob wir uns festlegen sollen, niemals für ein beschränktes Frauenwahlrecht zu stimmen. Das hinge davon ab, ob es wirklich so schlecht ist, daß es die Arbeiterfrauen in keiner Weise befriedigen kann, oder ob es für sie eine Waffe ist zur Erringung des gleichen Wahlrechts.“ (Vorwärts, 27. Jahrgang, Nr. 201, 28. August 1910)

Im September 1910 begründete Genossin Zietz noch einmal den Standpunkt der deutschen sozialdemokratischen Frauen, die erneut die Stuttgarter Resolution zum Frauenwahlrecht bekräftigt sehen wollen. Darin wurde jedes Paktieren mit bürgerlichen Frauenrechtlerinnen, jedes Wahlrecht, das nicht allen Großjährigen zusteht aber an Besitz, Steuerleistung, Bildungsstufe oder sonstige Bedingungen geknüpft ist, verworfen. „Die deutschen Genossinnen sehen im beschränkten Wahlrecht nicht eine Etappe zur Eroberung des allgemeinen Wahlrechts, sondern vielmehr ein Bollwerk, welches die Eroberung des allgemeinen Wahlrechts versperrt.“ (Vorwärts, Jahrgang 27, Nr. 214, 13. September 1910)

Damit haben die Vertreterinnen der deutschen Sozialdemokratie mit dem Beharren auf ihren Forderungen im Kampf um das allgemeine Frauenwahlrecht der internationalen Frauenbewegung keinen Gefallen getan.

Dennoch muss man anerkennen, dass es die Person Zetkin war, die jahrzehntelang die „Frauenfrage“ und alle dazu gehörenden Forderungen und Themen in der SPD, USPD und später in der KPD im politischen Raum gehalten hat.


1 Broschüre: Berichte für die Erste Internationale Konferenz sozialistischer Frauen, abgehalten in Stuttgart, am Sonnabend den 17. August 1907, Bericht der sozialdemokratischen Frauen Deutschlands: Ottilie Baader, Vertrauensperson der Genossinnen Deutschlands, S. 10; Landesarchiv Berlin, Registratur A Pr Br Rep 030, Nr. 15850: Sozialdemokratische Frauenbewegung und ihre Kongresse in Deutschland

2 Broschüre: Berichte für die Erste Internationale Konferenz sozialistischer Frauen, abgehalten in Stuttgart, am Sonnabend den 17. August 1907, Bericht der sozialdemokratischen Frauen Deutschlands: Klara Zetkin, S. 15 f.

 

 

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